Mit der Pan mal schnell 550 km Tour

Tourbericht: 562 km Schweiz – ein Wahnsinnstag auf zwei Rädern

Die Schweiz… was für ein Wahnsinn. Als die Idee einer Tages-Tour durch unser südliches Nachbarland im Raum stand, war für mich sofort klar: "Klar, bin ich dabei!" Doch 550 km an einem Tag, in einem Land, in dem 90 km/h Strafe kostet wie drei Nächte im Atlantic in Hamburg? Egal — wir legen früh los.

Ich bin bekennender Morgenmuffel, also warum ich um 6 Uhr aufstehen und um 7 Uhr an der Tanke in Hörbranz (Vorarlberg) stehen wollte, weiß ich bis heute nicht. Aber Erwin und Albe waren natürlich schon da. Albe musste eh noch frühstücken, sonst läuft bei ihm gar nix.

Esmeralda, meine treue Maschine, wurde nochmal mit günstigerem Sprit aus Österreich versorgt — eine kleine Herausforderung, denn beim Tanken hat sie die Eigenart, bei zu schnellem Befüllen das "Lama rauszulassen". Also sachte, Schluck für Schluck.

Dann ging’s los. Rüber über die Grenze, wo die Kontrolle erstaunlich entspannt war. Früher standen hier oft lange Schlangen. Albe als Navigator hatte uns Seen und Pässe versprochen — und wie gewohnt hielt er Wort. Langsamkeit ist Pflicht in der Schweiz. 80 km/h sind das Maximum, und wer das vergisst, zahlt so schnell wie sonst nirgendwo. Mit meiner kurzen Übersetzung konnte ich die vielen 40-, 50- und 60-Zonen immerhin meist im sechsten Gang fahren. Die Reichweitenanzeige nahm dabei groteske Formen an, aber da sich eh alle mit 70–80 km/h durch die Landschaft bewegen, fällt das kaum auf. In der Schweiz scheinen die Uhren wirklich langsamer zu ticken.

Seen, Berge und Pässe — ein Märklin-Modell in Lebensgröße.Weich geschwungene Täler, pittoreske Häuschen, dazu beeindruckende Felswände bis weit über 3000 Meter, und glasklare Seen, die direkt am Fels enden. Ein Fotoparadies — aber wer zu oft stehen bleibt, kommt nie wieder nach Hause. Die erste Kaffeepause offenbarte dann auch eine andere Seite der Schweiz: die Preise. 15–18 Franken für ein Heißgetränk mit Kuchen — nicht schlecht, Nachbarn! Zum Glück hatten wir uns vorbereitet und eigene Verpflegung dabei, denn ein Mittagessen hätte ungefähr so viel gekostet wie zweimal den Tank von Esmeralda füllen.

Die Zeit verflog, Pausen wurden kürzer, denn wir wollten noch vor Einbruch der Dunkelheit zurück sein. Am Ende standen 562 Kilometer auf dem Tacho, bei einem Schnittverbrauch von 5,1 Litern — gar nicht mal schlecht für die vielen Höhenmeter und langsamen Tempi.

Fazit: Eine großartige Tagestour, unfassbare Landschaften, geniale Pässe, und Esmeralda lief brav wie immer. Liebe Schweiz — wir kommen wieder!